Fête de la musique 2018

von Joachim Schmelter

Alljährlich zur Sommersonnenwende findet weltweit die „Fête de la musique“ statt; seit 1995 auch in Berlin. Entstanden ist die Idee, Musik auf öffentlichen Straßen durch Profis und Laien darzustellen durch den französischen Kulturminister Jack Lang, der nach einer Musikerstudie die Pariser spontan aufrief, am 21. Juni 1982 für 30 Minuten aus den Häusern zu kommen und Musik zu spielen. 1984 fand die erste Fête außerhalb Frankreichs in Belgien statt und ab 1985, dem „Europäischen Jahr der Musik“, in vielen Staaten Europas und mittlerweile auch in Übersee.

Die Berliner Liedertafel ist seit 2017 mit dabei und so trafen sich dann am Donnerstag, den 21. Juni 2018 nach unserer normalen Probe etwa 25 Sänger vor der Berliner Nikolaikirche ein, um für eine halbe Stunde Musik aus unserem Repertoire zu präsentieren. Da zu dieser Jahreszeit üblicherweise hochsommerliche Temperaturen herrschen, wurde als einheitliche Kleidung unsere BL-T-Shirts bestimmt, aber oh je: ein Wettersturz am Mittag des gleichen Tages ließen die Temperaturen auf 12° Celsius fallen und ein eisiger Wind ließ alle Sänger frösteln; so blieben die von vielen Sängern vorsorglich mitgebrachten Jacken eben angezogen. Um 21:00 Uhr waren wir zum Antreten aufgefordert und da wir sehr pünktlich am Veranstaltungsort eintrafen, kamen wir in den Genuss, die vor uns musizierenden Chöre mit anzuhören. Schon beim Eintreffen bot sich uns ein schönes Bild einheitlicher Sommerkleidung durch den Gemischten Chor Pankow, der uns unter anderem mit einem schwierigen musikalischen Potpourri überraschte. Der anschließende Popchor Wedding überzeugte mit modernen, auswendig vorgetragenen Liedern, die von etwa 25 jugendlichen Sängern und Sängerinnen dargebracht wurden. Es gibt sie also auch noch: die Jugend, die singt!

Nun kamen wir an die Reihe und mit einem Gemisch von Liebesliedern, lustigen Weisen und dem forschen Zottelmarsch fanden auch wir bei dem spärlichen Publikum Anklang und Beifall, sogar ein zaghafter Bravo-Ruf war zu hören. Die spätherbstlichen Temperaturen und der winterliche Wind zeigte Spuren: alle Anwesenden froren, der Wind verwehte die musikalischen Töne (es wurde überwiegend „Forte“ gesungen) und auch wir Sänger waren froh, dass die 30 Minuten dann bald vorbei waren. Unser Chorleiter Vincent Jaufmann war mit dem unter diesen Umständen Dargebotenem zufrieden und verpackte seine fast abgefrorenen Dirigentenfinger tief in seine Taschen. Trotz Allem: es war ein sehr schönes Erlebnis, wieder einmal mit anderen Chören öffentlich aufzutreten und sich einem staunenden Publikum zu präsentieren. Die Fête de la Musique: eine sehr gute Idee!

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