Was für eine „verrückte“ Idee: der Chorverband Berlin wird in diesem Jahr 125 Jahre alt. Zu diesem Jubiläum sollte dann im September 2026 ein Weltrekord im Chorsingen aufgestellt werden.
Am Montag den 21. September um 13.00 Uhr begann das Spektakel, am Samstag, den 26. September um 18.00 Uhr endete dann das Singen mit einem Weltrekord: 125 Stunden Chorsingen! Mit uns: der Berliner Liedertafel!
Die Vorfreude und Spannung auf dieses Ereignis war uns Sängern anzumerken. Jeder Chor hatte 30 Minuten für seinen Auftritt im ATZE Musiktheater in Moabit. Am Donnerstag, den 24. September waren wir endlich an der Reihe, übrigens einer von über 200 Chören. Für 17.00 Uhr war unser Start geplant, allerdings sollten wir bereits um 15.30 Uhr vor Ort erscheinen, um im Notfall einen Chor vertreten zu können, sollte dieser nicht erscheinen. Dies war allerdings nicht der Fall, und wir konnten uns im Proberaum des Theaters einsingen. Kurz nach 16.30 Uhr wurden wir dann auf die Bühne gebeten. Diese war „zweigeteilt“: Eine Hälfte mit dem gerade aktiven Chor, die andere Hälfte der Bühne noch abgedunkelt.
Und dort standen wir und warteten gespannt auf unseren Start. Punkt 17.00 Uhr ging das Bühnenlicht an. Kaum hatte der vorherige Chor aufgehört zu singen, erklang das „Frisch gesungen“ (von F. Silcher). Weitere Lieder aus unserem Repertoire folgten. Die große Uhr über der Bühne zeigte 17.27 Uhr an, als unser Programm endete. Da aber keine gesangliche Lücke zwischen den Auftritten erfolge durfte, begannen wir einfach wieder von vorne. Unser Chorleiter Vincent Jaufmann wollte das „Frisch gesungen“ unbedingt beenden und so trugen wir die letzte Strophe im Eiltempo vor - was sehr lustig war.
Punkt 17.30 Uhr ging das Licht aus, der Kinderchor „Canzonetta“ ertönte. Unser Beitrag zum Weltrekord war beendet und wir konnten uns wohl als „Weltrekordler“ fühlen, was dann auch am Samstagabend bestätigt wurde. Was für ein unvergessliches Erlebnis – eines von vielen im diesem Jahr!
Rudolf Göddertz